Corona – Neue Perspektiven denken

Weit öffnet sich das Gänseblümchen dem Umkreis – in der Angst erlebt sich der Mensch eng

Die Welt scheint still zu stehen – Es lag wohl außerhalb unserer Vorstellungen, dass das öffentliche Leben, soziale Kontakte und Beruf soweit eingeschränkt werden können, dass das ganze alltägliche Leben aus den Fugen gerät.


Wie entsteht ein größerer Blickwinkel?

Jeder Mensch steht gerade vor besonderen und sehr unterschiedlichen  Herausforderungen, da die sozialen Kontakte zur Familienangehörigen, Freunden und Bekannten stark beschnitten sind oder es für viele in der Familie auch „eng“ werden kann. Die beruflichen Situationen ändern sich drastisch, sei es durch Wegfall der Arbeit, Überbelastung in den Bereichen, die die gesundheitliche und existenzielle Versorgung gewährleisten müssen oder die Veränderung zum Home-Office.Hinzu kommen für viele Menschen wirtschaftliche und existenzielle Probleme, die mit fortschreitender Dauer des sog. Shut-Down, zu Sorge und Ängsten führen können. Die Ängste werden leider auch durch eine einseitige Medienberichterstattung geschürt, die nur Infiziertenzahlen und Tote angibt; es fehlen  Zeitangaben, Gesunde mit überwundenen Infektionen, Alter und Vorerkrankungen usw.), Relationen zu anderen Krankheiten und Todesfällen und eine Einordnung von CoVid-19 aus einem größeren Blickwinkel (als Anhaltspunkt: täglich sterben etwa 150.000 Menschen weltweit, alle 5 Sekunden verhungert ein Kind, bezogen auf Deutschland/ Jahr: über 600.000 Menschen versterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, über 20.000 an sog. Krankenhauskeimen). Fachkundige außerhalb des RKI werden oft unangemessen kritisiert, und zwar weniger fachlich als dass die Person abqualifiziert wird.
Ein objektiverer Blick aus verschiedenen Blickwinkel und kontroversen Ansichten würde aber dazu beitragen, das ganze komplexe Geschehen besser zu begreifen. Durch eine Objektivierung könnte sich der Mensch dem Geschehen besser gegenüberstellen, während er durch Angst wie hineingezogen wird. Wenn mehr ein Gegenüber erlebt wird, können aus einer ruhigeren Beobachtung und Wahrnehmung, besser eigenständige Gedanken erwogen werden und mögliche Handlungen erfolgen.
Gerade die aktive, eigene Auseinandersetzung stärkt den Menschen psychisch und physisch.


In welchem Zusammenhang steht das Immunsystem mit der eigenständigen Bewusstseinsaktivität des Menschen?
Wie kann das Immunsystem gestärkt werden?
Was ich beobachten konnte, ist eine Sphäre der Angst und Enge und auch viele Tendenzen zum Rückzug, da ja die freudigen Kontakte zu den Menschen durch Kontaktverbote und Abstandsregelungen bis hin zur Mobilität stark eingeschränkt sind, sofern man sich daran halten will. Angst wirkt bekanntermaßen schwächend auf den Menschen.
Was kann aus einer ganzheitlichen Sicht des Yoga, das den Menschen als ein seelisch-geistiges Wesen sieht, und nicht nur als körperliches, wie es von den Virologen und Politikern gedacht ist, gesagt werden?
So wie ein Virus ein Fremdkörper ist, der fremdes Eiweiß im Körper aufbaut und vom Immunsystem erkannt und bewältigt werden muss, kann man fragen, was lebt an Fremden im Menschen? Für den Menschen fremd sind, auf der Ebene des Bewusstseins: Meinungen, Ansichten, Gedanken, Suggestionen, Manipulationen und Lügen, die er passiv in sich hineinnimmt oder die auch ganz ungesehen und unbemerkt aufgenommen werden. Derzeit ist das Maß an einseitigen Informationen, Angstmache und  Suggestion besonders intensiv. Auch die strikten gesetzlichen Anordnungen mit ihren Strafen, der weitgehenden Aufhebung der Grundrechte, sind „von oben“ angeordnet und greifen in das Selbstbestimmungsrecht des Menschen ein. Eine interessante Frage ist, entsteht eine virale Krankheit von selbst und welche Ursachen setzt der Mensch?
Durch eine gesunde und mutige Auseinandersetzung mit klaren Gedanken und möglichst objektiv, sozusagen dem Feind ins Auge zu schauen, kann eine eigene Anschauung gebildet werden, die sich langsam – wie beim Erlernen einer Sprache – in den Menschen hinein gliedert als etwas eigenes, selbst Errungenes. Was fremd ist, kann ausgeschieden werden.Dieser aktiv durch Beobachtung, Wahrnehmung und Fragestellung geleistete Prozess stärkt das Immunsystem und die psychische Spannkraft.


Wer gestaltet die Zukunft?

Wichtig erscheint mir auch sich Gedanken zu machen, welche Perspektiven sollen für die Zukunft geschaffen werden? Wie wollen wir als Menschen auf der Erde leben? Wie kann ein idealeres Miteinander aussehen? Welche Werte wollen wir entwickeln? Was ist wirklich wichtig? Was hat sich als untauglich erwiesen und gehört ausgesondert wie der parasitäre Virus?
Es ist, glaube ich, recht deutlich, dass wir an einem Wendepunkt stehen und es zeigen sich die nicht brauchbaren Modelle eines materialistischen, egoistischen und auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Lebens.
Jeder einzelne Mensch kann in weiten über das Persönliche hinausgehenden Horizonten denken und neue Perspektiven schaffen, gerade in dieser Möglichkeit drückt sich die Schöpferkraft des Menschen aus.Oder will sich der Mensch selbst aufgeben und die Zukunft anderen überlassen wie dem Staat, der Politik, der Wirtschaft und den Kirchen?Was wird entstehen, wenn der Mensch nicht selbst denkt und lenkt? Welche Kräfte und Interesse bestimmen den Menschen dann? Die negativen Bilder können als Anregung dienen die Zukunft in einem Gegenbild zu denken: so kann aus Fremdbestimmung das Ideal der Selbstbestimmung erwachen.

Welche Werkzeuge braucht der Mensch?


Fähigkeiten oder „Werkzeuge“, das schöpferische Potenzial, ist in jedem Menschen angelegt, bedarf aber einer Schulung und kontinuierlichen Übung: eine gute möglichst objektive und der Wirklichkeit entsprechende klare Beobachtung, ein geordnetes Denken, das Lenken der Aufmerksamkeit und mit dieser länger an einem Objekt verweilen, innere Ruhe u.v.m.


Einige Übungen


In den Asanas führt das Bewusstsein, die konkrete Vorstellung, den Körper und dadurch entstehen schöne ästhetische Bewegungen und Formen. Etwas Neues entsteht von einem Gedanken ausgehend, während eine Routine oder Gewohnheit nicht am Gedanken ansetzt.
Einige Übungen wie das Sonnengebet und die Waage finden sich hier https://caroline-elsaesser.de/category/yogapraxis.

Beim Aufenthalt In der Natur bietet sich eine Seelenübung an, in dem eine Pflanze oder auch ein Berg, das bewegte Wasser oder die Lichtverhältnisse betrachtet werden: https://caroline-elsaesser.de/eine-uebung-fuer-die-seele-betrachten-einer-pflanze. Die Seelenkräfte, das Denken, Fühlen und Wollen brauchen wie die Muskulatur ein Training.
Und Asanas in schönster Ästhetik und Perfektion von Heinz Grill https://heinz-grill.de/category/videos-zu-den-yogauebungen/ (Skorpion, Handstand, Sonnengebet, Kosmisches Gebet, Pflug, Heuschrecke u.a.). Es ist auch sehr wertvoll, die Bewegungen in ihrer Leichtigkeit genau zu studieren, auch wenn manche Ausführung erst einmal außerhalb der persönlichen Möglichkeiten zu liegen scheint.


Was sind Ziele?

Ziele zu formulieren, sie zu bewegen und in die Tat umzusetzen, sind in Krisenzeiten besonders wichtig. Ziele können sein ein Tageskonzept zu erstellen, sich mit wirklich sinnvollen Inhalten zu beschäftigen, aber auch über das persönliche Leben hinaus zu denken auf welchen Werten z.B. das soziale Miteinander beruhen soll, wie der Nächste gefördert werden kann, und was ist das Gegenteil, was schadet dem Mitmenschen. Siehe auch meinen Artikel: Braucht der Mensch Ziele? https://caroline-elsaesser.de/braucht-der-mensch-ziele-im-leben.

So hoffe ich, dass möglichst viele Menschen sich dem Zeitgeist widersetzen können und beginnen eine neue Kultur zu denken, in der sich das Potenzial des seelisch-geistigen Menschen immer mehr entfalten kann und förderliche, günstige und auch gesunde Strukturen im Miteinander entstehen.

Winterimpressionen Neujahr 2020

Blick von der Bodenschneid auf den Tegernsee mit nahender Windbö in der Nachmittagssonne
Strahlend blauer winterlicher Himmel am 1.1.2020
Ein „unbesätes Feld der Hoffnung“ zu Jahresbeginn
Der Kalkfelsen reflektiert warm das Sonnenlicht

Braucht der Mensch Ziele im Leben?

Dieser kurze Beitrag will zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit der doch bedeutsamen Frage anregen, ob es für den Menschen bedeutugsvoll ist, sich Ziele im Leben zu setzen und diese auch verwirklichen zu wollen. In einer Zeit, die von einem naturwissenschaftlich-technischen Denken und Belangen des materialistsichen und ökonomischen Lebens geprägt ist, bleibt anscheinend oft nicht Zeit oder es besteht wenig Interesse sich mit philosophischen Fragen zu beschäftigen. Wagt man es dennoch sich auf eine Sinnsuche zu begeben und Fragen des Menschseins zu stellen, stößt man auf ein recht bekanntes Zitat, das Konfuzius zugeschrieben wird:
Der Weg ist das Ziel.“
Wo führt der Weg hin, wenn der Mensch kein Ziel hat? Wer bestimmt diesen Weg?
Welche Kräfte im Menschen sind wirksam, welche Kräfte von außerhalb wirken auf den Menschen, was sind die, oft auch verborgenen Motive und Absichten dieser Gedanken, Impulse, Emotionen und Einflüsterungen? Wohin gelangt der Mensch, der sich den treibenden Kräften, Lust und Laune, Begehren und Trieben ausliefert und vielleicht wie ein Boot auf stürmischer See ohne Steuermann den Wellen und dem Wind ausgeliefert ist?
Hat Konfuzius diese Aussage überhaupt so gemacht oder ist sie durch ein falsches Verständnis erst zu dem geworden, dass der Weg das Ziel ersetzt, ein Ziel also gar nicht nötig sei? Recherchiert man, stellt sich heraus, dass eine aus dem Chinesischen überlieferte Übersetzung lautet: „Richte Deinen Willen auf den Weg, […]“ (Lunyu 7.6). Robert Harsieber vergleicht das westliche Denken mit dem asiatischen, das er als ganzheitlich bezeichnet: „Das Ziel wird nicht durch den Weg hinfällig, wie das bei uns immer verstanden wird, sondern das Ziel vor Augen zu haben ist der Weg.“

Ein interessantes Gedicht von Christian Morgenstern mit dem Titel „Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben“ lädt dazu ein tiefer nachzusinnen:

Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis all sein Leben traben;
kommt am Ende hin, wo er hergerückt,
hat der Menge Sinn nur noch mehr zerstückt.
Wer vom Ziel nichts kennt, kann’s doch heut erfahren;
wenn es ihn nur brennt nach dem Göttlich-Wahren;
wenn in Eitelkeit er nicht ganz versunken
und vom Wein der Zeit nicht bis oben trunken.
Denn zu fragen ist nach den stillen Dingen,
und zu wagen ist, will man Licht erringen;
wer nicht suchen kann, wie nur je ein Freier,
bleibt im Trugesbann siebenfacher Schleier.

Weitere Fragen können eine konkrete Zielfindung befeuern: Was ist mir wirklich wichtig? Welche Missstände beobachte ich in der Welt (wie Manipulation, Lüge, Krieg, Krankheit)? Wie kann ich daraus ein Gegenbild denken und umsetzen?
Vorbilder dürften Mahatma Gandhi und Nelson Mandela sein, auch Julian Assange, die Weiße Rose mit den Geschwistern Hans und Sophie Scholl, an Hand deren Biografie eine unglaubliche Kraft für Ziele und Ideale einzutreten, studiert werden kann. Vielleicht inspirieren Sie diese Menschen oder eine vertiefende Lektüre über die Entwicklung von Weite durch Zielsetzung in der Seelendimension des Yoga?

  • Heinz Grill, Die Seelendimension des Yoga, Das Manipura-Cakra.



Vom Konflikt zum Neubeginn

Diesem umfangreichen und komplexen Thema ist eine Reihe von drei Vorträgen mit Gespräch gewidmet.
Sie dienen der Orientierung, wenn Menschen ihren Konflikt nicht mehr selbst lösen können, welche unterschiedlichen Möglichkeiten für eine Lösung bestehen und was die Konsequenzen sind oder nicht sind. So wird ein vor Gericht ausgetragener Nachbarschaftsstreit nur die rechtliche Frage klären, ob beispielsweise die Hecke geschnitten oder versetzt werden muss. Es wird eine Entscheidung nur auf der Sachebene erfolgen. Eine psychisch-emotionale Problematik auf der Beziehungsebene wird aber nicht angeschaut und kann weiteren Streit bedingen. Dann kann es sinnvoll sein, wenn eine oder beide Parteien – mit Unterstützung eines Dritten – eine Klärung auf dieser Ebene des sozialen Miteinanders anstreben und für die Zukunft bessere Verhältnisse schaffen wollen.
Ein weiterer Aspekt, der beleuchtet werden soll, ist das eigene Konfliktverhalten. Wie kann ein verantwortungsbewusster Umgang mit Konflikten entstehen, der nicht zu weiterer Eskaltion und Verletzung führt? Wie kann der Mensch an Konflikten oder Krisen innerlich wachsen und sich weiterentwickeln? Wie kann er ein Ideal oder Ziel entwickeln, das wegweisend für die Zukunft ist und einen wirklichen Neubeginn darstellt?



Donnerstag, 20. Februar 2020, 19 – 21 Uhr, Bad Tölz
Streit, Konflikt & Co.
Zum Anwalt, Gericht oder Mediator? Oder besser zum Coach und Therapeuten?
So individuell, wie der Mensch ist, sind auch die Konflikte und damit verbundene Fragen, Herausforderungen und Lösungen.
– Überblick über die verschiedenen Ansätze und ihre Unterschiede: was unterscheidet ein gerichtliches Verfahren von einer Mediation und wie verhalten sich diese zu einer (Lebens-)beratung oder Therapie?
– An Hand welcher Kriterien können Entscheidungen zugunsten einer oder mehrerer Möglichkeiten getroffen werden?

Donnerstag 19. März 2020, 19 – 21Uhr, Bad Tölz
Konflikte verstehen und lösen (lernen)
Wie entstehen Konflikte und welchen Sinn haben sie?
Wie ist das eigene Konfliktverhalten? Vermeidung, Streitlust und Konfliktfähigkeit.
Wann und wie können Konflikte selbständig gelöst werden, wann ist es sinnvoll sich von Dritten unterstützen zu lassen?
Vom Konflikt zum Neubeginn: zukunftsorientierte Perspektiven schaffen und umsetzen.
Vortrag mit Gespräch

Donnerstag 23. April  2020, 19 – 21 Uhr, Holzkirchen
Konflikte verstehen und lösen
Was ist eigentlich Mediation? Grundlegendes zum Verständnis und Verfahren
– Integrierte Mediation: Konflikte selbstbestimmt lösen.
– Wie entstehen Konflikte und welchen Sinn haben sie?
– Wie ist das eigene Konfliktverhalten: Vermeidung, Streitlust und Konfliktfähigkeit
– Vom Konflikt zum Neubeginn: zukunftsorientierte Perspektiven schaffen und umsetzen.
Vortrag mit Gespräch

Was ist eigentlich Meditation?

Der Begriff Meditation wird heute für unterschiedliche Übungen und Techniken der Aufmerksamkeit und Konzentration oder auch Entspannung verwendet. In vielen religiösen und weltanschaulichen Bereichen zielte und zielt die Meditation auf eine Erfahrung des Einswerden mit dem Göttlichen, eine transzendente Erfahrung oder Erleuchtung zu erlangen, ab. Grundsätzliche Unterschiede bestehen zwischen einer objektbezogenen Meditation und einer auf ein Leerwerden ausgerichteten oder gegenstandslosen Meditation.
Im Yoga wird Meditation mit dhyana bezeichnet, der jedoch Stufen vorausgehen, wie die Konzentration dharana.
In der gegenstandslosen Meditation wird versucht die Gedanken oder Bewegungen im Bewusstsein zur Ruhe kommen zu lassen oder auszuschalten um eine sog. Leere zu erleben.
Welcher Unterschied besteht gegenüber der objektbezogenen Meditation, wie sie hier praktiziert wird?
Einen Objektbezug herzustellen bedeutet zunächst, dass der Übende sich selbst als Subjekt wahrnimmt und zu dem Objekt, das er auswählt, eine gedankliche Verbindung aufbaut. Er wählt beispielsweise einen Gedanken als Objekt („Im Empfangen liegt geben“ oder eine geometrische Figur wie einen Kreis). Dieses Objekt rekonstruiert er in seiner Vorstellung und stellt es sich gedanklich gegenüber, so dass er es betrachten kann. Er bemüht sich diese Vorstellung über einen längeren Zeitraum von einigen Minuten aufrecht zu erhalten. Bei diesem Vorgang der beginnenden Konzentration wird er bemerken, dass aus seiner subjektiven Innenwelt andere Gedanken, Assoziationen, Gefühle oder Stimmungen aufsteigen, die mit dem Objekt nichts zu tun haben oder es treten Gefühle der Sympathie und Antipathie gegenüber dem Objekt auf. Diese Bewusstseinsströme aus dem Inneren werden bemerkt, aber zurückgewiesen und die Aufmerksamkeit immer wieder zurück auf das Objekt gelenkt. Mit Wiederholung und Übung wird es leichter das Objekt freier in der Betrachtung zu halten und es wird einem näher kommen. Eine empfindsame Beziehung entsteht. Wird die Übung weiter fortgesetzt, kann sich das Objekt aussprechen, d.h. es entsteht eine Art Rückstrahlung aus dem Objekt, das eine Erkenntnis ermöglicht. Das Aussprechen oder Sich-Offenbaren kann nicht forciert werden, es geschieht von selbst, wenn die Zeit reif ist. Um die vorbereitenden Phasen der Konzentration muss sich der Übende jedoch bemühen.
Welche Lernschritte entstehen aus dieser Übungsweise?
Zunächst wird sich der Übende bewusst wie viele Gefühlsstimmungen und Willensimpulse aufsteigen und ihn von der Wahrnehmung des Objekts ablenken. Er kann sich aber schulen, diese projektiven Ströme zu bemerken und zurückzuweisen und die Aufmerksamket immer wieder auf das Objekt zu lenken. Durch diese aktive Tätigkeit im Bewusstsein richtet sich das Denken auf das Objekt aus und der Wille wird dazu erzogen, das Objekt nicht zu ergreifen (im Sinne eines Wissen wollen), sondern sogar von den eigenen Willenszugriffen frei zu halten. Dadurch kann das Objekt in seiner Natur oder seinem Wesen wahrgenommen oder erkannt werden.
Welche Bedeutung hat die objekbasierte Meditation für das alltägliche Leben?
Die Übung schult ein gutes Unterscheidungsvermögen zwischen den aus dem eigenen Inneren aufsteigenden Impulsen, Emotionen und Bewertungen und einer objektiven, auf einem Gedanken beruhenden Betrachtungsweise eines Objekts.
Der Mensch neigt häufig zu schnellen Bewertungen und Urteilen ohne den anderen Menschen und die Sachlage ausreichend anzuschauen und zu reflektieren woher seine oft gemütshaft orientierten Urteile und Entscheidungen kommen. Die Schulung der Aufmerksamkeit und Konzentration bemüht sich um eine längere Betrachtung, treffende Beschreibung und objektivere Wahrnehmung des Gegenübers. Diese Bemühung um ein Wahrnehmen führt zu einer besseren und freudigeren Beziehungsaufnahme, einer größeren Ruhe für den Übenden und sein Umfeld.
Sie will die Beziehungsfähigkeit des Menschen zu seinen Mitmenschen, aber auch der Natur und Umwelt, stärken. Die „Ergebnisse“ im Sinne der Bemühungen fließen allen zu und können das soziale Umfeld erbauen.

Wie entsteht psychische Stabilität in Zeiten der Meinungsmache?

Vortrag am Donnerstag, 14.11.2019, 18.30-20 Uhr
Wie entsteht psychische Stabilität in Zeiten der Meinungsmache?

In unserem digitalen Zeitalter werden Statements oder Meinungen anderer oft „geliked“ oder eben nicht geliked. Die Meinung anderer zu teilen, sie zu mögen oder nicht zu mögen oder sie ungeprüft zu übernehmen, birgt die Gefahr, unbemerkt und ungewollt beeinflusst zu werden. Der Mensch verfügt aber über die Fähigkeit, sich eine eigene und fundierte Meinung zu bilden und einen eigenen Standpunkt zu erringen. Ein errungener eigener Standpunkt gibt dem Menschen eine solide Basis und wirkt erfahrungsgemäß stabilisierend auf die Psyche. Wie wird diese Fähigkeit oder Kunst entwickelt? Im praktischen Teil ist Gelegenheit, erste Erfahrungen zu machen. An Hand geeigneter Fragen wird ein Bezug zum gemeinsam gewählten Thema hergestellt. Das Thema oder Objekt wird länger angeschaut und gedanklich erwogen, wie es gemeint ist und wie es auf den Betrachter wirkt. Die Begrifflichkeiten werden geklärt: wie versteht der andere den Begriff, was verstehe ich darunter, kann man sich einer objektiveren Aussage nähern? Braucht es weitere Schritte zu einem tieferen Verständnis? Entsteht bereits ein eigenes Bild oder eine Vorstellung, die ein gutes Fundament für eine Meinung bilden? Wie erlebt sich der Mensch in dieser Aktivität? Eine kurze Theorie und erste praktische Schritte, ermöglichen dem Teilnehmer die Fähigkeit zur Meinungsbildung, alleine weiter zu üben und zu vertiefen

Die Grundrechte – Garanten für Freiheit und Entwicklung?

Vortrag am Donnerstag, 17.10.2019, 18.30-20 Uhr
Die Grundrechte – Garanten für Freiheit und Entwicklung?
Zentrale Leitgedanken unseres Grundgesetzes sind die Würde des Menschen und die freie Entfaltung der Persönlichkeit in einem freiheitlichen demokratischen Staat. Die Würde des Menschen, deren Unantastbarkeit garantiert wird, findet eine genauere Beschreibung in den sog. Grundrechten, zu denen das allgemeine Persönlichkeitsrecht, der Gleichbehandlungsgrundsatz, die Religions- und Weltanschauungsfreiheit und die Meinungsfreiheit gehören. Schaut man in das gesellschaftliche und politische Leben, sieht man sich zugunsten eines Sicherheitsbedürfnisses mit einer Vielzahl die Freiheit einschränkender Regelungen sowie manipulierender Meinungsbildung konfrontiert. Mit dem Vortrag ist beabsichtigt ein erstes Verständnis für die freiheitlichen Grundrechte und die entsprechenden Pflichten des Staates zu vermitteln und er beschäftigt sich mit der Frage, wie der einzelne Mensch durch eine sachliche Auseinandersetzung zu mehr Freiheit und einem würdevollen Dasein beitragen kann.

Das kosmische Gebet

Das kosmische Gebet ist eine im Stehen oder auch im Fersensitz praktizierbarer Übungszyklus, in welchem sieben Sätze oder Mantren* mit symbolischen Arm- und Handbewegungen verbunden werden.

Obwohl die Übung „Gebet“ genannt wird, ist sie ohne jegliche konfessionelle Bindung oder Tendenz, sondern beschäftigt sich damit, in welchem Verhältnis der Mensch zum übergeordneten Kosmos steht und beschreibt einen geistigen Entwicklungsweg des Menschen.

Diese rhythmische Bewegungsabfolge in sieben Schritten wird von den nachfolgenden Gedanken getragen:

(1) Der Beginn
(2) Liegt in der Bereitschaft
(3) Zur Blume zu wachsen
(4) Weit dem Lichte geöffnet
(5) Zur Mitte sich wendend
(6) Mit Anerkennung
(7) Und Hingabe

Zur Ausführung:

Seien Sie sich des umgebenden Raumes und des eigenen Körpers bewusst. Achten Sie auf einen freien und leichten Atem. Die Arme bewegen sich in Leichtigkeit durch das luftige Element; Schultern und Nacken bleiben entspannt.
Stellen Sie sich jeden Satz oder Begriff als eine lebendige Idee vor, die Sie in die Bewegung hineinlegen.
Die Übung kann 5 – 10 mal wiederholt werden.

Die Übung wirkt vor allem beruhigend auf das Nervensystem, da eine geordnete mentale Aktivität erfolgt. Auf den Körper bezogen werden die Schulterregion und der Brustkorb durch die seitliche Ausdehnung der Arme leicht belebt sowie die Wirbelsäule sanft aufgerichtet.

  • Ein Mantra (Sanskrit) besteht aus einer Silbe, einem Wort oder Wortzyklus, der eine intensive und tiefe Wahrheit beschreibt.

Literatur:

Heinz Grill, Übungen für die Seele, 2. 128 ff., Synergia Verlag