Wie entsteht psychische Stabilität in Zeiten der Meinungsmache?

Vortrag am Donnerstag, 14.11.2019, 18.30-20 Uhr
Wie entsteht psychische Stabilität in Zeiten der Meinungsmache?

In unserem digitalen Zeitalter werden Statements oder Meinungen anderer oft „geliked“ oder eben nicht geliked. Die Meinung anderer zu teilen, sie zu mögen oder nicht zu mögen oder sie ungeprüft zu übernehmen, birgt die Gefahr, unbemerkt und ungewollt beeinflusst zu werden. Der Mensch verfügt aber über die Fähigkeit, sich eine eigene und fundierte Meinung zu bilden und einen eigenen Standpunkt zu erringen. Ein errungener eigener Standpunkt gibt dem Menschen eine solide Basis und wirkt erfahrungsgemäß stabilisierend auf die Psyche. Wie wird diese Fähigkeit oder Kunst entwickelt? Im praktischen Teil ist Gelegenheit, erste Erfahrungen zu machen. An Hand geeigneter Fragen wird ein Bezug zum gemeinsam gewählten Thema hergestellt. Das Thema oder Objekt wird länger angeschaut und gedanklich erwogen, wie es gemeint ist und wie es auf den Betrachter wirkt. Die Begrifflichkeiten werden geklärt: wie versteht der andere den Begriff, was verstehe ich darunter, kann man sich einer objektiveren Aussage nähern? Braucht es weitere Schritte zu einem tieferen Verständnis? Entsteht bereits ein eigenes Bild oder eine Vorstellung, die ein gutes Fundament für eine Meinung bilden? Wie erlebt sich der Mensch in dieser Aktivität? Eine kurze Theorie und erste praktische Schritte, ermöglichen dem Teilnehmer die Fähigkeit zur Meinungsbildung, alleine weiter zu üben und zu vertiefen

Die Grundrechte – Garanten für Freiheit und Entwicklung?

Vortrag am Donnerstag, 17.10.2019, 18.30-20 Uhr
Die Grundrechte – Garanten für Freiheit und Entwicklung?
Zentrale Leitgedanken unseres Grundgesetzes sind die Würde des Menschen und die freie Entfaltung der Persönlichkeit in einem freiheitlichen demokratischen Staat. Die Würde des Menschen, deren Unantastbarkeit garantiert wird, findet eine genauere Beschreibung in den sog. Grundrechten, zu denen das allgemeine Persönlichkeitsrecht, der Gleichbehandlungsgrundsatz, die Religions- und Weltanschauungsfreiheit und die Meinungsfreiheit gehören. Schaut man in das gesellschaftliche und politische Leben, sieht man sich zugunsten eines Sicherheitsbedürfnisses mit einer Vielzahl die Freiheit einschränkender Regelungen sowie manipulierender Meinungsbildung konfrontiert. Mit dem Vortrag ist beabsichtigt ein erstes Verständnis für die freiheitlichen Grundrechte und die entsprechenden Pflichten des Staates zu vermitteln und er beschäftigt sich mit der Frage, wie der einzelne Mensch durch eine sachliche Auseinandersetzung zu mehr Freiheit und einem würdevollen Dasein beitragen kann.

Das kosmische Gebet

Das kosmische Gebet ist eine im Stehen oder auch im Fersensitz praktizierbarer Übungszyklus, in welchem sieben Sätze oder Mantren* mit symbolischen Arm- und Handbewegungen verbunden werden.

Obwohl die Übung „Gebet“ genannt wird, ist sie ohne jegliche konfessionelle Bindung oder Tendenz, sondern beschäftigt sich damit, in welchem Verhältnis der Mensch zum übergeordneten Kosmos steht und beschreibt einen geistigen Entwicklungsweg des Menschen.

Diese rhythmische Bewegungsabfolge in sieben Schritten wird von den nachfolgenden Gedanken getragen:

(1) Der Beginn
(2) Liegt in der Bereitschaft
(3) Zur Blume zu wachsen
(4) Weit dem Lichte geöffnet
(5) Zur Mitte sich wendend
(6) Mit Anerkennung
(7) Und Hingabe

Zur Ausführung:

Seien Sie sich des umgebenden Raumes und des eigenen Körpers bewusst. Achten Sie auf einen freien und leichten Atem. Die Arme bewegen sich in Leichtigkeit durch das luftige Element; Schultern und Nacken bleiben entspannt.
Stellen Sie sich jeden Satz oder Begriff als eine lebendige Idee vor, die Sie in die Bewegung hineinlegen.
Die Übung kann 5 – 10 mal wiederholt werden.

Die Übung wirkt vor allem beruhigend auf das Nervensystem, da eine geordnete mentale Aktivität erfolgt. Auf den Körper bezogen werden die Schulterregion und der Brustkorb durch die seitliche Ausdehnung der Arme leicht belebt sowie die Wirbelsäule sanft aufgerichtet.

  • Ein Mantra (Sanskrit) besteht aus einer Silbe, einem Wort oder Wortzyklus, der eine intensive und tiefe Wahrheit beschreibt.

Literatur:

Heinz Grill, Übungen für die Seele, 2. 128 ff., Synergia Verlag

Die 12 heiligen Rauhtage

Die Zeit zwischen den Jahren, die zwölf Tage und Nächte zwischen Weihnachten und Heilig Dreikönig, war für viele Menschen immer eine besondere Zeit: altes Brauchtum berichtet vom Vertreiben der bösen Geister, dem Ausräuchern von Heim und Hof bis zu dem Glauben, in dieser Zeit keine Wäsche waschen und zum trocknen aufhängen zu dürfen und ist in vielen Büchern und überliefertem Wissen belegt.
Nun hat der heutige moderne Mensch meist mit den bösen Geistern nicht mehr viel am „Hut“, an deren Stelle sind Einflüsse wie Fremdbestimmung, Manipulation, Lüge, überzogener Konsum und überhöhte Anforderungen getreten, mit denen sich der Mensch das ganze Jahr plagen darf.
Wofür stehen nun diese Rauhtage? Wie kann sie der Mensch sinnvoll nutzen?
Das Gedicht „Die zwölf heiligen Rauhtage“ von Heinz Grill lädt ein die Stimmung dieser Zeit kennen zu lernen als ein unbesätes Feld, in das der Mensch seine Gedanken einsäen kann für das bevorstehende Jahr:

Licht,
kräftigendes, ätherisches Licht
unter der Himmelsbläue der karsten Wintertage.

Fruchtbare, fröstelnde Sphäre,
im Winterlichte glitzert
ein unbesätes Feld der Hoffnung,
das Jahr steht bevor.

Wir sind es,
die säen selbst
alle großen Gedanken
in das fruchtbringende Licht der Sphäre.

Gedicht von Heinz Grill,
Begründer des Neuen Yogawillen

Ich denke, dass es für den Menschen heute von großer Wichtigkeit ist sich konkrete Ziele zu setzen und so das Leben besser steuern und gestalten zu können.
Selbst denken als gedacht oder gelenkt zu werden, führt zu größerer Freiheit und Selbstbestimmung, die ja auch in unserem Grundgesetz in Art.2 verankert sind.
Dafür bedarf es aber erfahrungsgemäß einer eigenständigen Aktivität und Bemühung, um die gesetzten Ziele auch Schritt für Schritt umzusetzen.
Wer gerne Yoga übt kann dem Sonnengruß die zwölf Monate zugrunde legen: jede der 12 Positionen entspricht einem Monat. Die erste der 12 Positionen ist der Beginn im Dezember: die Hände werden im atmanjali-mudra an das Herz geführt, der Halbmond entspricht dem Januar usw. bis sich das Jahr mit dem November, dem Absenken der Arme und Rückkehr, rundet und ein neuer Jahreskreis beginnt.
Schön ist auch die Waage mit der Vorstellung eines weiten, freien und neuen Raums zu praktizieren, in den man sich horizontal – zuerst in das hintere Bein, dann die Arme nach vorne bei entspanntem Nacken – ausdehnt.
Die Fotos zum Sonnengruß und der Waage finden sich in früheren Beiträgen.

Der Mensch und das Kreuz

Welche Bedeutungen hat das Kreuz und in welcher Beziehung steht der Mensch zum Kreuz?

Gipfelkreuz am Hirschberg

 

Ägyptisches Kreuz – Ankh: Symbol für das Weiterleben nach dem Tod?

 

Rund um das Thema Kreuz gab es in letzter Zeit viel Bewegung und auch aufgeregte Diskussionen unter den Menschen.
Am 1.6.2018 ist in Bayern der viel diskutierte und polarisierende sog. Kreuzerlass in Kraft getreten:
„Im Eingangsbereich eines jeden Dienstgebäudes ist – als Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns – gut sichtbar ein Kreuz anzubringen.“
Die gesetzliche Regelung, die geändert wurde, ist die Allgemeine Geschäftsordnung für die Behörden des Freistaates Bayern (AGO).

Das Kreuz als Ausdruck geschichtlicher und kultureller Prägung Bayerns?
Was kann man sich darunter vorstellen? „Der Mensch und das Kreuz“ weiterlesen

Die Waage – tuladandasana

Die Waage ist eine dynamische Asana, die Spannkraft und Gleichgewicht vereint.

Auf einem Bein stehend, das sensibel und aufmerksam das Gleichgewicht hält, trägt der Übende den Körper weit in den Raum hinaus. Der Körper bildet eine horizontale Linie; das nach hinten ausgestreckte Bein erhebt sich leicht. Die Dynamik setzt in der Mitte des Rückens an auf Höhe des Sonnengeflechts oder manipura-cakras. Aus dieser Mitte streckt sich der Übende in das fliegende Bein nach hinten und nach vorne bis in die Arme hinein. Die Schultern und der Nacken bleiben entsapnnt und der Atem fließt, trotz der zunehmenden Anspannung aus der Mitte des Rückens, frei und ungezwungen.
Der Übende erlebt ein Zentrum in sich und eine Gliederung nach außen.
Üben Sie beide Seiten mehrere Male und halten Sie die Stellung bei frei fließenden Atem bis zu ca. 20 Sekunden.

Eine einfachere aber im Erleben ähnliche Variante stellt folgende Übung dar:

Aus dem Stand wird die Mitte des Rückens, das Sonnengeflecht, angehoben und in eine leichte Durchspannung aufwärts – bei entspannten Schultern und Nacken – geführt. Dann wird ein Bein nach hinten gestreckt und berührt mit den Zehenspitzen den Boden. Das ähnliche Erleben, in diagonaler und nicht horizontaler Ausstreckung, beruht auf dem spannkräftigen Ausdehnen aus der Mitte des Rückens.

Die Übungen können einzeln oder miteinander kombiniert ausgeführt werden.

 

Sonnengruß – surya namaskara

Der Sonnengruß ist eine bekannte und sehr beliebte dynamische Übungsreihe aus dem Yoga. Der Name „Sonnengruß oder Sonnengebet“ steht mit den indischen Yogatraditionen in Verbindung, da diese Übung zu Ehren der Sonne, die mit dem freiheitlichen Geist assoziiert wird, praktiziert wird.
Der Sonnengruß existiert in verschiedenen Übungsabfolgen. Hier wird eine Variante des surya namaskara vorgestellt, die auf der Grundlage des von Sivananda entwickelten Sonnengrusses basiert, jedoch in einer weiter entwickelten Form von Heinz Grill, dem Begründer des Neuen Yogawillen.
Charakteristisch für den Sonnengruß ist die rhythmische und dynamische Abfolge von 12 Bewegungen oder Stellungen, die zu beiden Seiten, rechts oder links beginnend, ausgeführt werden.

Der Zyklus beginnt im entspannten Stand mit geschlossenen Beinen, die Hände werden in einer weiten Bewegung von außen nach innen geführt: Vor dem Herzen berühren sich die Handflächen im atmanjali-mudra.

1. Position Atmanjali-Mudra

„Sonnengruß – surya namaskara“ weiterlesen

Das Rad – Cakrasana

Die Stellung des Rades offenbart eine Umstülpung des Körpers. Wie ein weiter Bogen spannt sich die Wirbelsäule auf und der Übende begibt sich in diese ungewöhnliche Position, in der nur die Hände und Füße oder sogar nur Zehenspitzen den Boden berühren. Die Spannkraft mündet vorallem in die Brustwirbelsäule. Mit aktivem Einsatz der Beine begibt sich der Übende vom Boden aus in die zunehmende Durchstreckung und Durchwölbung der Brustwirbelsäule.

Eine schwierigere Variante stellt das Rad mit gerade nach oben aus der Hüfte ausgestrecktem Bein dar. Das Ranziehen und Anheben des Beins in die Senkrechte erfordert ein präzises Gleichgewicht und eine hohe Konzentration.

Das Erleben und Empfinden von Farbe

Wie kann der Mensch das Erleben und Empfinden von Farbe entwickeln?

Die uns umgebende Welt, Erde und Kosmos, zeigen dem Menschen eine unglaubliche Fülle von Farben:
Das Blau des Himmels wechselt rhythmisch jeden Tag mit der Morgen- und Abendröte. In den Jahreszeiten, beginnend im Frühling erwacht die Natur in den herrlichsten Grüntönen und ersten gelben, weißen und rosafarbenen Blumen. Vermehrt zur Sommersonnenwende hin entstehen dann farbenreiche Blüten und Früchte, wie die rote Rose, der blaue Enzian und die gelb-rötlichen Äpfel oder blauen Pflaumen. Im Herbst wandelt sich das Bunte des Sommers in warme Gelb-, Rot- und Brauntöne, die besonders schön an den Laubbäumen zu sehen sind. Im Winter, der dunklen Jahreszeit, überzieht eine weiße Schneedecke die Erde und überdeckt das Grün und Braun der Erde bis zum nächsten Frühjahr.
Jedem Menschen sind wohl auch unterschiedliche Empfindungen oder Gefühlsstimmungen vertraut, die er beim Anblick des blauen Himmels, dem Betrachten eines grünen Waldes oder einer vom weißen Schnee bedeckten Landschaft, in der sich die Sonne in den Schneekristallen glitzernd reflektiert, fühlt.

Was ist Farbe im Verhältnis zu Licht und Dunkelheit?

Die Himmelsbläue

Die Morgen- und Abendröte

Geht man vom Menschen aus, wie er in die Natur hineingestellt ist, erlebt er am häufigsten das Blau des Himmels und die auf- und untergehende Sonne mit den unterschiedlichsten Rot- und Gelbfärbungen. Das Blau des Himmels erlebt der Mensch am Tag, wenn es hell ist und die Sonne auf die Erde scheint. Blickt er, vom Hellen aus, durch das Licht in die Dunkelheit und Schwärze des Weltalls, sieht er die Farbe blau. Er sieht nicht schwarz, sondern blau, weil sich um die Erde herum Luft befindet und diese von der Sonne beleuchtet ist.

„Finsternis durch Licht gesehen ist blau.“

Bei Sonnenaufgang ist es noch dunkel, da wo sich der Mensch befindet, und die Sonne kommt langsam herauf und schickt ihre Strahlen in die Wolken. Bei Morgenröte (und ebenso bei Sonnenuntergang) sieht der Mensch nicht die Sonne, sondern die von ihr beleuchteten Wolken. Er sieht Licht durch die ihn umgebende Dunkelheit, das sieht rot aus.

„Licht durch Finsternis gesehen ist rot.“

Rudolf Steiner bezeichnet diese Phänomene als die zwei Grundgesetze oder Prinzipien der Farbenlehre, die der Mensch einfach an der Umgebung ablesen kann. *1)

In dieser Gesetzmäßigkeit kommt gut zum Ausdruck, dass Licht oder Sonne und Finsternis oder Dunkelheit eine grundlegende Verbindung zur Farbe aufweisen.
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