Blumen, Blüten und yoga – asana

Blumen und Blüten in den verschiedensten Formen und Farben begeistern und inspirieren den Menschen: Sie begegnen uns in der Natur, aber auch in zahlreichen Darstellungen künstlerischer und bildhafter Art. Die beliebten Pflanzenfarben werden aus ihnen gewonnen, aber auch vielfältige Heilwirkungen sind bekannt und mit vielen Mitteln erprobt. Edward Bach hat die Blüten besonders sorgfältig in Hinblick auf ihre seelischen Wirkungen auf den Menschen erforscht.
Die Welt der Pflanzen verfügt nach anthroposophischer Lehre neben der physischen Erscheinung auch über einen sogenannten Ätherleib, der das unsichtbare Wirken von Licht und Wärme sowie des Wässrigen und Mineralhaltigen entfaltet, koordiniert und die Strukturen bildet.
Auch der Mensch verfügt über einen Äther- oder Energieleib, der die verschiedensten Funktionen erfüllt und den Körper am Leben erhält. Er unterscheidet sich von den Pflanzen jedoch durch zwei weitere höhere Wesensglieder, den Astralleib und das Ich-Selbst, die durch das Denken, Fühlen und Wollen Einfluß auf den Ätherleib nehmen können.
Das Besondere an der Pflanzenwelt ist vielleicht die Reinheit und Unschuld, die vorallem die hingebungsvollen Blütenkelche ausströmen. Im Gegensatz zu Mensch und Tier kennt sie keine Begierden, Unruhe, Wünsche und Triebe, die dem Astralleib zugeordnet werden.
Heinz Grill, der Begründer des Neuen Yogawillen, vergleicht die Stellungen des Yoga oder asana mit einem Blumengarten:

„Die yoga-asana ist wie eine Blume, und die gesamte Übungsreihe mit ihren unterschiedlichen Einzelübungen ist wie ein ganzer Blumengarten. Dieser Garten ist von hoher Weisheit gestaltet und von einem lieblichen Duft der Lebendigkeit erfüllt. Nun gibt es in diesem Garten edelste Blumen wie die Rose, sie wäre vergleichbar mit dem Schulterstand, der Stellung des Herzens, oder das bunte Veilchen, das durch ihre anziehende Blüte zur religiösen Erinnerung ersucht. Es wäre in der Art vergleichbar mit der ganz einfachen Stellung des yoga-mudra, die eine Art Besinnung und Verneigung ausdrückt.“¹

Wie kann man diesen ungewöhnlichen Vergleich der yoga-asana mit den Blumen verstehen? Betrachtet man eine schöne und kunstvoll gestaltete Asana wie den Schulterstand, in dem der Mensch eine lange, schmale nach oben aufstrebende Form einnimmt, kann diese tatsächlich unaufdringlich, zeitlos, nach außen offen wie eine Blüte erscheinen. Der Körper kann sich ätherisch leicht wie eine wachsende Blume nach oben aufrichten, als scheint er die Schwerkraft mühelos zu überwinden. Die schwerelose Leichtigkeit erinnert an das Wesen der Blumen.

Die folgenden Aufnahmen einiger Blüten mögen dem interessierten Betrachter die wunderschöne Form- und Farbgestaltung näher bringen.

Noch fast geschlossene Rosenblüte in rosa-pink: Eng umschlossen liegen die Blätter aneinander

Aus der Mitte der gelben Blüte verlaufen bräunliche Linien nach außen

Das verbliebene Regenwasser betont die gelbe Mitte und die zarten pinken Blätter

Die orange-gelben, nach oben strebenden Blütenkelche fügen sich harmonsich zu den grünen Stengeln und Blättern

In der Mitte der Blüte treffen ein saftiges helles grün und helle orange Töne zusammen, die nach außen hin dunkler werden

Wie Adern oder Kapillaren durchziehen feinste Ströme die Blütenblätter in dunklerem Magenta

 

¹ Heinz Grill, Die Vergeistigung des Leibes, Kap.: Die Dreieckstellungen im Liegen.

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