Blüten – ihre Geste und der Sonnenlauf – Suryacarasana

Der Rhythmus der Jahreszeiten ist im Frühjahr schön zu beobachten: Während oben auf den Bergen, dem Wallberg und dem Hirschberg, allmählich der Schnee schmilzt und die grauen Felsen und grünen Hänge wieder zum Vorschein kommen, entfaltet sich weiter unten auf ca. 730 hm, ein buntes Farbenspiel der Blumen, Bäume und Sträucher.

Rote Blüte der Jostabeere
Sich öffnende Apfelblüte und Knospe
Zarte Blüte der Apfelbeere
Blütenstand Apfelbeere

Interesant zu beobachten ist die Geste des sich Offnens und Schließens, hier im Bild des Gänseblümchens, die sich ganz dem Sonnenlauf anpasst.

Die morgens geschlossene Blüte öffnet sich am Mittag vollständig dem Sonnenlicht
Zusammenziehen und völliges Schließen mit untergehender Sonne

Vergleichbar mit der Bewegung der Pflanzen kann der Mensch diese seelische Empfindung zum Ausdruck bringen: Die schöne Asana suryacarasana beschreibt diesen Sonnenlauf und wie der Mensch wachend, träumend und schlafend in diesen eingebunden ist.

Die aus zwei Asanas bestehende Übung beginnt mit der stehenden Kopf-Knie-Stellung:
Der Übende beugt sich entspannt nach vorne unten, wobei er den Oberkörper, die Schultern, Arme und Nacken hängen lässt,  das Gesicht zur Erde richtet  und die Hände empfindsam den Boden berühren.

Nach 1-2 Minuten richtet er sich, die Wirbelsäule entlang tastend, in einer weiten bogenförmigen Bewegung nach oben auf in den stehenden Halbmond,  genau gesagt mündet die Bewegung in die Mitte der Brustwirbelsäule, die gedehnt und leicht nach rückwärts gewölbt wird.

 

Aus dem dämmernden Schlaf, dem entspannten sich Hängen lassen in der Vorbeuge, erfolgt das Aufwachen und der Mensch richtet sich in heller Tages-Wachheit mit seinen Sinnen der Wahrnehmung der Welt zu.¹

 

¹ Eine interessante Beschreibung zum Bild und der Ausführung von suryacarasana findet sich in der Broschüre: Die Gesunderhaltung des Brustorganismus von Heinz Grill.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.