Heinz Grill und ein Neuer Yogawille

Mit einigen kurzen Anmerkungen zur Biografie möchte ich dem Leser Heinz Grill vorstellen: Er wurde 1960 in Soyen/ Oberbayern geboren.
Seit früher Jugend widmete er sich dem Klettern und beging viele Routen im Alleingang. Er beobachtete genau die verschiedenen Ansätze des Kletterns über die Jahre: einerseits gab es einen waghalsigen, abenteuerlichen alpinen Stil, bei dem Risiken durchaus einkalkuliert wurden, andererseits entwickelte sich ein sehr technischer, mit vielen Hilfsmitteln unterstützter Stil in größte Schwierigkeitsgrade, bei dem aber die Sicherheit sehr wichtig ist. Aus diesen beiden Polen und der Frage, was der Mensch wirklich benötigt ohne zu einseitig zu werden, entwicklte Heinz Grill ein Ideal, das des leichten, rhythmischen Kletterns, des schönen ästhtetischen Bewegungsspiels mit den Gliedmaßen am Felsen, das eine empfindsame Wahrnehmung der Wand, des Pfeilers oder Berges sowie des Luftelements ermöglicht. Nicht eine sportliche Höchstleistung und auch nicht eine waghalsige, riskante Kletterei, sondern bewusste dynamische Bewegungen mit aktiver Anteilnahme wie der Beobachtung der Lichtverhältnisse, der Formen und Farben bilden eine neue Form des Kletterns, die durch die verbindende Kraft der Seele belebt wird.
Er eröffnete über 100 Kletterrouten im trentinischen Sarcatal und erhielt Auszeichnungen für deren Schönheit und die gute Zusammenarbeit.*

Sarcatal und Lago di Cavedine


Heinz Grill ist seit vielen Jahren als Schriftsteller, Referent und Moderator tätig. Sein Werk umfasst über 100 Bücher und Broschüren, überwiegend zu den Themen Yoga, Naturheilkunde und Therapie, Ernährung, Alpinismus und Naturerleben, Architektur und Pädagogik. Diese Themen oder Lebensbereiche werden im Sinne einer erweiterten, auf kosmischen und geistigen Gesetzmäßigkeiten beruhenden Sichtweise bereichert. Es seien genannt im Kontext des Yoga: Die Seelendimension des Yoga, Kosmos und Mensch, Der freie Atem, Der Neue Yogawille und seine therapeutische Anwendung bei Ängsten und Depressionen.
Welche Gedanken, Ideale und Aussagen leben in seiner Person und in seinen Werken, seinen Vorträgen und in den persönlichen Begegnungen?
Heinz Grill lebt und vertritt eine freie Spiritualität:
„Mein Anliegen ist es jedenfalls, dass Spiritualität aus allen engen Konfessionen und Gruppierungen befreit wird und sich der Einzelne langsam in seinen spirituellen Fähigkeiten entdecken lernt.„**
Eine freie Spiritualität bedeutet nicht gruppen- oder institutionszugehörig zu sein, sondern spricht den Menschen als Individuum an.
Was ist aber unter Spiritualität oder spirituelle Fähigkeiten zu verstehen?
Vereinfacht ausgedrückt hat der Mensch das geistige Potenzial einen Gedanken zu einem Ideal zu formen, diesen zu bewegen, Vorstellungen zu bilden und ihn in die Manifestation zu führen. Weitere Fähigkeiten enstehen, wenn der Mensch lernt seine Seelenkräfte, das Denken, Fühlen und Wollen aus dem Ich oder einem Gedanken heraus zu lenken. Weitere Aspekte sind eine empfindsame, auf einem klaren Gedankengang beruhende Wahrnehmung, ein differenziertes Unterscheidungsvermögen, eine gut ausgeprägte Beziehungsfähigkeit, eine auf rationalen Erkenntnissen basierende Urteilsbildung.
Erwähnenswert scheint auch das Menschenbild, das Heinz Grill auf Grund seiner geistigen Forschungen zugrunde legt. Der freie Mensch ist ein Mensch, der in seiner Seele eine unendlich weite, fortschreitende Entwicklung wünscht nach mehr Vollkommenheit, größerer Beziehungsfähigkeit sowohl zu den Mitmenschen und der Natur als auch zu den seelischen und geistigen Welten. Der freie Mensch ist ein werdender Mensch, während der Körper den schon gewordenen Menschen repräsentiert. Dieser freie, in der Entwicklung begriffene Mensch besteht aus drei oder – in Anlehnung an die von Rudolf Steiner begründete Anthroposophie -vier Wesensgliedern, die namentlich das Ich, Selbst oder der Geist, die Seele, der Lebenskräfteleib und der Körper sind. Der Körper bildet den irdischen und vergänglichen Teil, während die Seele und der Geist eine vorgeburtliche und nachtodliche Existenz besitzen.
Ein weiterer wesentlicher Gedanke ist die Synthese von Geist und Welt und dieser beschäftigt sich mit der Frage, wie Spiritualität und Praxis im Alltag zusammenfinden.
So bildet das Asana üben nicht eine für sich stehende, isolierte Einheit, sondern der der Asana zugrunde liegende Gedanke wird bis zur Sozialfähigkeit entwickelt. Am Beispiel des Schulterstands, sarvangasana, kann erlebt und erfahren werden, dass Kräfte, sog. Ätherkräfte aus einem Vorstellungsinhalt entstehen und ein leichtes Aufrichten entgegen der Schwerkraft ermöglichen; eine Leichtigkeit und Mühelosigkeit entstehen, während eine willentliche Anstrengung zu Fixierungen führt. Auf den Alltag übertragen, kann der Übende den Unterschied erkennen, ob er einer Tätigkeit eine Vorstellungsinhalt voranstellt und diese entsprechend als leicht erlebt oder ohne Vorstellungsbildung, nur aus dem körperlichen Willen motiviert, als anstrengend erfährt.
Besonders erwähnenswert ist die Fähigkeit von Heinz Grill verbindend und integrierend zu referieren und moderieren, wie bei Tagungen mit Daniele Ganser oder Axel Burkart, bei denen er die Inhalte dieser Vorträge thematisch mit seinen Ausführungen in Zusammenhänge brachte und gleichzeitig die Fragen der Besucher aufgriff und einordnete, so dass ein anschauliches und empfindsames Bild entstehen konnte.
Wieso wird der Yoga mit neuer Yogawille bezeichnet?
Im „alten Yoga“ gibt oder gab es ein traditionelles, hierachisches Lehrer-Schüler-Verhältnis, das unbedingten Gehorsam des Schülers erforderte. Ein Eintritt in einen Yoga-Weg war oftmals mit Trennung von der Familie oder dem irdischen Leben verbunden, eine Art Weltenflucht wurde gesucht, die Welt als unrein oder auch maya, Illusion, verstanden. Heute noch werden in einigen Yoga-Richtungen die Lehren der Meister übernommen ohne sich eigenständig mit den Gedanken und Inhalten auseinanderzusetzen. Dies zeigt sich zum Beispiel an den pranayama Übungen, die heute noch aus Traditionsgründen praktiziert werden, ohne sich näher damit zu beschäftigen wie sich Eingriffe in das autonom gesteuerte Atemsystem auswirken können und wie man den Atem auch über das Bewusstsein schulen kann.
Der Begriff Neuer Yogawille wurde erstmals durch Rudolf Steiner erwähnt im Vortrag vom 30.11.1919 „Die alte Yoga-Kultur und der neue Yoga-Willen. Die Michaels Kultur der Zukunft.“
Sehr vereinfacht ausgedrückt beschreibt er, dass Luft und Licht seit dem Mysterium von Golgatha (dem Christusereignis) innerlich, nicht äußerlich materiell, etwas anderes geworden sind. Während davor das Seelische in der Luft lebte und mit der Atmung erfahren werden konnte, ist es, das Seelische aus der Luft, mit der Herabkunft des Christus in das Licht, das uns vom Morgen bis zum Abend begleitet, eingezogen. Das Licht hängt mit den Sinnesprozessen zusammen: „wir müssen uns klar werden darüber, dass da Seele durch den Weltenraum dringt auf den Schwingen des Lichts.“***
Wie grundlegt Heinz Grill den Neuen Yogawillen?
Heinz Grill hat auf Grund eigener Forschungen in den seelischen und geistigen Welten und einem exakten Studium der irdischen Verhältnisse unserer Zeit einen eigenständigen ästhetisch-spirituellen Übungsweg entwickelt, den er auch als einen christlich-geistigen Schulungsweg bezeichnet.
Es ist schon eine interessante Frage wie der östliche Yoga und ein christlich-geistiges Gedankengut im Sinne einer Synthese zusammen finden können.
Wie die Übungsweise, insbesondere die Schulung der Seelenkräfte, sich gestaltet, wird ausführlich in der Seelendimension des Yoga beschrieben. Der Begriff des Yoga wird weit und offen gefaßt, so dass er die methodische körperliche Übungsweise des Hatha-Yoga einschließt, aber auch um die geistige Dimension erweitert: „Über einen längeren Erfahrungsweg mit vielseitigen Schritten der Auseinandersetzung, verbunden mit einer rechten Konzentrations- und Bewusstseinsarbeit, mit der Bemühung um ein reines Denken, geläutertes Fühlen und zielstrebiges Handeln gewinnt der Einzelne diejenige so bezeichnende Führungskraft über das Leben, die im Allgemeinen mit „Yoga“ benannt ist“.****
Kennzeichnend für diesen von Heinz Grill entwickelten Yoga, den er auch Yoga aus der Reinheit der Seele nennt, ist, dass er nicht im Körper beginnt, sondern in der Seele, also einen Weg von oben nach unten oder vom Geist zur Materie beschreibt.
Der so häufig zu beobachtende Intellektualismus gepaart mit schnelllebigen Emotionen führt zu einer Verarmung der seelischen Kräfte. Durch Schulung eines eigenständigen Denkens durch den Gedanken wird der Empfindungsorganismus des Menschen bereichert, es entwickelt sich ein Fühlen zum anderen Menschen, zur Natur oder Sache.
Die drei Grundkräfte der Seele, das Denken, Fühlen und Wollen können mit der Zeit gegliedert erlebt und vom Ich-Selbst geführt werden. Zur Stärkung dieser Seelenkräfte wurden verschiedene Yogaübungsreihen entwickelt.
Revolutionär dürfte sein, dass aus den Übungen, oder besser gesagt den Grundgedanken der Asana, Lernschritte für das Leben erfolgen. Die Übung bleibt also nicht isoliert und für sich stehend, sondern der Übende beschäftigt sich und erforscht diese, bis er den Sinn auf das Leben übertragen kann: „Das differenzierte Wahrnehmen, das im Halbmond (anjaneyasana) eintritt, kann schließlich als Lernschritt im Sinne eines differenzierter werdenden Denkens auf das Leben übertragen werden.“
Ein differenziertes Denken ist Voraussetzung für Empathie, eine Fähigkeit, die jeder Mensch entwickeln kann und die im Sozialen förderlich wirkt.
Wie ist der rechtliche Status der Lehre von Heinz Grill?
Die auf eigenen philosophischen und metaphysischen Forschungen beruhende Lehre von Heinz Grill ist grundrechtlich geschützt, da sie ein religiös weltanschauliches Bekenntnis nach Art. 4 Grundgesetz darstellt. Es besteht jedoch keine religiöse oder weltanschauliche Gemeinschaft (ausführlich dargelegt im Gutachten von Prof. Dr. Georg Jochum und Dr. Nuria Schaub).*****
Warum wird Heinz Grill in den Medien als Guru und gefährlicher Sektenführer angegriffen?
Schenkt man dem SZ Artikel vom 13./14.4.2019 Glauben, ist Heinz Grill Oberhaupt einer kriminellen Sekte, dessen Anhänger die Justiz lahmlegen und in dessen Umfeld sogar Morde geschehen.
Wie kommt es zu so einem düsteren, beängstigenden und abschreckenden Bild in der SZ und anderen Medien, das in krassem Widerspruch zur Authentizität von Heinz Grill steht?
Der tiefere Grund dürfte darin liegen, dass Heinz Grill eine freie und individuelle Spiritualität lebt und lehrt. Er beschreibt wie Institutionen, Kirchen und Gruppen Menschen binden können durch Gefühle der Zugehörigkeit oder passiver Glaubensbekenntnisse und dadurch eine wirkliche Entwicklung zu einem freien und geistigen Menschen behindert wird. Die kirchliche Dogmatik hat dem Menschen den Geist abgesprochen und ihn auf eine Körper-Seele-Einheit reduziert (Konzil zu Konstantinopel 869 n.Chr.). Gerade die geistige, schöpferische Dimension, die auch in der Fähigkeit des Menschen besteht, sich eigenständig Erkenntnisse der höheren Welten zu erringen und mit der geistigen Welt in Verbindung zu treten, existiert demnach nicht.
Kirchen oder andere Institutionen, die den Menschen in Abhängigkeit und Zugehörigkeit halten wollen, ihm die geistige Dimension absprechen und kein Heil außerhalb der Kirche zulassen wollen, sehen sich in Frage gestellt und verfolgen deshalb anders denkende Menschen. Seit dem frühen Christentum wurden unzählige Menschen als Ketzer oder Häretiker verfolgt, denunziert und umgebracht.
Der an Fakten arme, jedoch an Mutmaßungen und falschen Behauptungen reiche SZ-Artikel bedient sich eines „Sekten-Framings“: ein sektiererisches Oberhaupt als Täter, willenlose Anhänger und Aussteiger als Opfer einer gefährlichen Indoktrination mit Kriminalität. Worin besteht die Manipulation? Das Framing als solches ist unwahr, da es keine Gruppe gibt, erlaubt den Autoren aber willkürlich ein Umfeld zu konstruieren und Heinz Grill Personen zuzuordnen und Zusammenhänge herzustellen, mit denen er gar nichts zu tun hat. Studiert man den Artikel etwas genauer, wird ersichtlich, dass ein Konflikt innerhalb der Familie B. vorliegt und diese in Zusammenarbeit mit sog. Weltanschauungsbeauftragten der Kirche die Berichterstattung maßgeblich bestimmt hat.
Es ist interessant zu wissen, dass es keine von Heinz Grill gegründete Gemeinschaft, Gruppe oder Sekte gibt. Es gibt von ihm moderierte Fachfortbildungen und Seminare, die von jedem Interessenten besucht werden können. Aus diesem Grund gibt es auch keine Anhänger oder Mitglieder und logischerweise auch keine Aussteiger.
Es ist schon erstaunlich, dass heutzutage Personen abgewertet und beleidigt werden ohne diese überhaupt zu kennen oder ihre Gedanken zur Kenntnis zu nehmen. Warum muss der andere der Böse, der Falsche, der Sektenführer oder Verschwörungs-theoretiker sein? Wieso besteht so wenig Interesse an einer sachlichen, objektiven Auseinandersetzung? Welche Kräfte wirken in den Menschen, die jeglichen Respekt und Achtung vermissen lassen, und die die Würde des anderen herabmindern, ihn erniedrigen und sozial vernichten wollen? Wieso gibt es so viel Spaltung, wem dient der Niedergang einer angenehmen, menschlichen und förderlichen Sozialsphäre?
Der Artikel fordert geradezu auf sich mit der Möglichkeit der Entwicklung einer freien Spiritualität, wie sie Heinz Grill lehrt, und den Kräften, die diese zerstören wollen, auseinanderzusetzen.

Anmerkungen:
* https://yoga-und-synthese.de/wp-content/uploads/2019/08/Collaborazione-Silla-Ghedina-10×7.pdf
** Artikel auf www.heinz-grill.de
*** https://anthrowiki.at/Neuer_Yogawille
**** Heinz Grill, Die Seelendimension des Yoga
***** https://heinz-grill.de/wp-content/uploads/2018/11/Gutachten-Heinz-Grill-25.Sept_.18-final.pdf

Braucht der Mensch Ziele im Leben?

Dieser kurze Beitrag will zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit der doch bedeutsamen Frage anregen, ob es für den Menschen bedeutugsvoll ist, sich Ziele im Leben zu setzen und diese auch verwirklichen zu wollen. In einer Zeit, die von einem naturwissenschaftlich-technischen Denken und Belangen des materialistsichen und ökonomischen Lebens geprägt ist, bleibt anscheinend oft nicht Zeit oder es besteht wenig Interesse sich mit philosophischen Fragen zu beschäftigen. Wagt man es dennoch sich auf eine Sinnsuche zu begeben und Fragen des Menschseins zu stellen, stößt man auf ein recht bekanntes Zitat, das Konfuzius zugeschrieben wird:
Der Weg ist das Ziel.“
Wo führt der Weg hin, wenn der Mensch kein Ziel hat? Wer bestimmt diesen Weg?
Welche Kräfte im Menschen sind wirksam, welche Kräfte von außerhalb wirken auf den Menschen, was sind die, oft auch verborgenen Motive und Absichten dieser Gedanken, Impulse, Emotionen und Einflüsterungen? Wohin gelangt der Mensch, der sich den treibenden Kräften, Lust und Laune, Begehren und Trieben ausliefert und vielleicht wie ein Boot auf stürmischer See ohne Steuermann den Wellen und dem Wind ausgeliefert ist?
Hat Konfuzius diese Aussage überhaupt so gemacht oder ist sie durch ein falsches Verständnis erst zu dem geworden, dass der Weg das Ziel ersetzt, ein Ziel also gar nicht nötig sei? Recherchiert man, stellt sich heraus, dass eine aus dem Chinesischen überlieferte Übersetzung lautet: „Richte Deinen Willen auf den Weg, […]“ (Lunyu 7.6). Robert Harsieber vergleicht das westliche Denken mit dem asiatischen, das er als ganzheitlich bezeichnet: „Das Ziel wird nicht durch den Weg hinfällig, wie das bei uns immer verstanden wird, sondern das Ziel vor Augen zu haben ist der Weg.“

Ein interessantes Gedicht von Christian Morgenstern mit dem Titel „Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben“ lädt dazu ein tiefer nachzusinnen:

Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis all sein Leben traben;
kommt am Ende hin, wo er hergerückt,
hat der Menge Sinn nur noch mehr zerstückt.
Wer vom Ziel nichts kennt, kann’s doch heut erfahren;
wenn es ihn nur brennt nach dem Göttlich-Wahren;
wenn in Eitelkeit er nicht ganz versunken
und vom Wein der Zeit nicht bis oben trunken.
Denn zu fragen ist nach den stillen Dingen,
und zu wagen ist, will man Licht erringen;
wer nicht suchen kann, wie nur je ein Freier,
bleibt im Trugesbann siebenfacher Schleier.

Weitere Fragen können eine konkrete Zielfindung befeuern: Was ist mir wirklich wichtig? Welche Missstände beobachte ich in der Welt (wie Manipulation, Lüge, Krieg, Krankheit)? Wie kann ich daraus ein Gegenbild denken und umsetzen?
Vorbilder dürften Mahatma Gandhi und Nelson Mandela sein, auch Julian Assange, die Weiße Rose mit den Geschwistern Hans und Sophie Scholl, an Hand deren Biografie eine unglaubliche Kraft für Ziele und Ideale einzutreten, studiert werden kann. Vielleicht inspirieren Sie diese Menschen oder eine vertiefende Lektüre über die Entwicklung von Weite durch Zielsetzung in der Seelendimension des Yoga?

  • Heinz Grill, Die Seelendimension des Yoga, Das Manipura-Cakra.



Vom Konflikt zum Neubeginn

Diesem umfangreichen und komplexen Thema ist eine Reihe von drei Vorträgen mit Gespräch gewidmet.
Sie dienen der Orientierung, wenn Menschen ihren Konflikt nicht mehr selbst lösen können, welche unterschiedlichen Möglichkeiten für eine Lösung bestehen und was die Konsequenzen sind oder nicht sind. So wird ein vor Gericht ausgetragener Nachbarschaftsstreit nur die rechtliche Frage klären, ob beispielsweise die Hecke geschnitten oder versetzt werden muss. Es wird eine Entscheidung nur auf der Sachebene erfolgen. Eine psychisch-emotionale Problematik auf der Beziehungsebene wird aber nicht angeschaut und kann weiteren Streit bedingen. Dann kann es sinnvoll sein, wenn eine oder beide Parteien – mit Unterstützung eines Dritten – eine Klärung auf dieser Ebene des sozialen Miteinanders anstreben und für die Zukunft bessere Verhältnisse schaffen wollen.
Ein weiterer Aspekt, der beleuchtet werden soll, ist das eigene Konfliktverhalten. Wie kann ein verantwortungsbewusster Umgang mit Konflikten entstehen, der nicht zu weiterer Eskaltion und Verletzung führt? Wie kann der Mensch an Konflikten oder Krisen innerlich wachsen und sich weiterentwickeln? Wie kann er ein Ideal oder Ziel entwickeln, das wegweisend für die Zukunft ist und einen wirklichen Neubeginn darstellt?



Donnerstag, 20. Februar 2020, 19 – 21 Uhr, Bad Tölz
Streit, Konflikt & Co.
Zum Anwalt, Gericht oder Mediator? Oder besser zum Coach und Therapeuten?
So individuell, wie der Mensch ist, sind auch die Konflikte und damit verbundene Fragen, Herausforderungen und Lösungen.
– Überblick über die verschiedenen Ansätze und ihre Unterschiede: was unterscheidet ein gerichtliches Verfahren von einer Mediation und wie verhalten sich diese zu einer (Lebens-)beratung oder Therapie?
– An Hand welcher Kriterien können Entscheidungen zugunsten einer oder mehrerer Möglichkeiten getroffen werden?

Donnerstag 19. März 2020, 19 – 21Uhr, Bad Tölz
Konflikte verstehen und lösen (lernen)
Wie entstehen Konflikte und welchen Sinn haben sie?
Wie ist das eigene Konfliktverhalten? Vermeidung, Streitlust und Konfliktfähigkeit.
Wann und wie können Konflikte selbständig gelöst werden, wann ist es sinnvoll sich von Dritten unterstützen zu lassen?
Vom Konflikt zum Neubeginn: zukunftsorientierte Perspektiven schaffen und umsetzen.
Vortrag mit Gespräch

Donnerstag 23. April  2020, 19 – 21 Uhr, Holzkirchen
Konflikte verstehen und lösen
Was ist eigentlich Mediation? Grundlegendes zum Verständnis und Verfahren
– Integrierte Mediation: Konflikte selbstbestimmt lösen.
– Wie entstehen Konflikte und welchen Sinn haben sie?
– Wie ist das eigene Konfliktverhalten: Vermeidung, Streitlust und Konfliktfähigkeit
– Vom Konflikt zum Neubeginn: zukunftsorientierte Perspektiven schaffen und umsetzen.
Vortrag mit Gespräch

Wie entsteht psychische Stabilität in Zeiten der Meinungsmache?

Vortrag am Donnerstag, 14.11.2019, 18.30-20 Uhr
Wie entsteht psychische Stabilität in Zeiten der Meinungsmache?

In unserem digitalen Zeitalter werden Statements oder Meinungen anderer oft „geliked“ oder eben nicht geliked. Die Meinung anderer zu teilen, sie zu mögen oder nicht zu mögen oder sie ungeprüft zu übernehmen, birgt die Gefahr, unbemerkt und ungewollt beeinflusst zu werden. Der Mensch verfügt aber über die Fähigkeit, sich eine eigene und fundierte Meinung zu bilden und einen eigenen Standpunkt zu erringen. Ein errungener eigener Standpunkt gibt dem Menschen eine solide Basis und wirkt erfahrungsgemäß stabilisierend auf die Psyche. Wie wird diese Fähigkeit oder Kunst entwickelt? Im praktischen Teil ist Gelegenheit, erste Erfahrungen zu machen. An Hand geeigneter Fragen wird ein Bezug zum gemeinsam gewählten Thema hergestellt. Das Thema oder Objekt wird länger angeschaut und gedanklich erwogen, wie es gemeint ist und wie es auf den Betrachter wirkt. Die Begrifflichkeiten werden geklärt: wie versteht der andere den Begriff, was verstehe ich darunter, kann man sich einer objektiveren Aussage nähern? Braucht es weitere Schritte zu einem tieferen Verständnis? Entsteht bereits ein eigenes Bild oder eine Vorstellung, die ein gutes Fundament für eine Meinung bilden? Wie erlebt sich der Mensch in dieser Aktivität? Eine kurze Theorie und erste praktische Schritte, ermöglichen dem Teilnehmer die Fähigkeit zur Meinungsbildung, alleine weiter zu üben und zu vertiefen

Die Grundrechte – Garanten für Freiheit und Entwicklung?

Vortrag am Donnerstag, 17.10.2019, 18.30-20 Uhr
Die Grundrechte – Garanten für Freiheit und Entwicklung?
Zentrale Leitgedanken unseres Grundgesetzes sind die Würde des Menschen und die freie Entfaltung der Persönlichkeit in einem freiheitlichen demokratischen Staat. Die Würde des Menschen, deren Unantastbarkeit garantiert wird, findet eine genauere Beschreibung in den sog. Grundrechten, zu denen das allgemeine Persönlichkeitsrecht, der Gleichbehandlungsgrundsatz, die Religions- und Weltanschauungsfreiheit und die Meinungsfreiheit gehören. Schaut man in das gesellschaftliche und politische Leben, sieht man sich zugunsten eines Sicherheitsbedürfnisses mit einer Vielzahl die Freiheit einschränkender Regelungen sowie manipulierender Meinungsbildung konfrontiert. Mit dem Vortrag ist beabsichtigt ein erstes Verständnis für die freiheitlichen Grundrechte und die entsprechenden Pflichten des Staates zu vermitteln und er beschäftigt sich mit der Frage, wie der einzelne Mensch durch eine sachliche Auseinandersetzung zu mehr Freiheit und einem würdevollen Dasein beitragen kann.

Der Mensch und das Kreuz

Welche Bedeutungen hat das Kreuz und in welcher Beziehung steht der Mensch zum Kreuz?

Gipfelkreuz am Hirschberg

 

Ägyptisches Kreuz – Ankh: Symbol für das Weiterleben nach dem Tod?

 

Rund um das Thema Kreuz gab es in letzter Zeit viel Bewegung und auch aufgeregte Diskussionen unter den Menschen.
Am 1.6.2018 ist in Bayern der viel diskutierte und polarisierende sog. Kreuzerlass in Kraft getreten:
„Im Eingangsbereich eines jeden Dienstgebäudes ist – als Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns – gut sichtbar ein Kreuz anzubringen.“
Die gesetzliche Regelung, die geändert wurde, ist die Allgemeine Geschäftsordnung für die Behörden des Freistaates Bayern (AGO).

Das Kreuz als Ausdruck geschichtlicher und kultureller Prägung Bayerns?
Was kann man sich darunter vorstellen? „Der Mensch und das Kreuz“ weiterlesen

Was ist der Rechtsstatus des Menschen?

Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Art. 1 (1) Grundgesetz

Was ist der Rechtsstatus des Individuums?

Wie steht der Mensch im Rechtsleben? Welche Position nimmt er ein, welche Rechte hat er und von welchem Menschenbild geht das Grundgesetz aus?

Die Gründer des Grundgesetzes von 1949 haben nach den leidvollen, verheerenden und menschenverachtenden Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs eine bewusste Entscheidung getroffen für eine Verfassung, in der der Mensch als sich frei entfaltende Persönlichkeit, der in einen sozialen Kontext eingebunden ist, im Mittelpunkt steht.
In der grundlegenden Verfassungsnorm, die wie ein Licht über allen anderen Grundrechten strahlt und in diese hineinwirkt, heißt es:

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Was bringt der Begriff der Würde zum Ausdruck?

Er kann so verstanden werden, dass jedem Geschöpf und Wesen auf Grund seiner einzigartigen Seinsbestimmung, seines Daseins oder bloßen Existenzseins eine Würde zukommt. Diese allen Wesen gleiche Würde besteht unabhängig von allen Merkmalen und Charakteristika wie Alter, Geschlecht, Religion, Berufsstand, gesellschaftlicher Status, Rasse, gesundheitlichem und geistigem Zustand und Fähigkeiten.

Etymologisch ist der Begriff „Würde“ verwandt mit „Wert“, der Wert der jedem Menschen eigen ist auf Grund seiner Existenz. „Was ist der Rechtsstatus des Menschen?“ weiterlesen