Braucht der Mensch Ziele im Leben?

Dieser kurze Beitrag will zu einer eigenständigen Auseinandersetzung mit der doch bedeutsamen Frage anregen, ob es für den Menschen bedeutugsvoll ist, sich Ziele im Leben zu setzen und diese auch verwirklichen zu wollen. In einer Zeit, die von einem naturwissenschaftlich-technischen Denken und Belangen des materialistsichen und ökonomischen Lebens geprägt ist, bleibt anscheinend oft nicht Zeit oder es besteht wenig Interesse sich mit philosophischen Fragen zu beschäftigen. Wagt man es dennoch sich auf eine Sinnsuche zu begeben und Fragen des Menschseins zu stellen, stößt man auf ein recht bekanntes Zitat, das Konfuzius zugeschrieben wird:
Der Weg ist das Ziel.“
Wo führt der Weg hin, wenn der Mensch kein Ziel hat? Wer bestimmt diesen Weg?
Welche Kräfte im Menschen sind wirksam, welche Kräfte von außerhalb wirken auf den Menschen, was sind die, oft auch verborgenen Motive und Absichten dieser Gedanken, Impulse, Emotionen und Einflüsterungen? Wohin gelangt der Mensch, der sich den treibenden Kräften, Lust und Laune, Begehren und Trieben ausliefert und vielleicht wie ein Boot auf stürmischer See ohne Steuermann den Wellen und dem Wind ausgeliefert ist?
Hat Konfuzius diese Aussage überhaupt so gemacht oder ist sie durch ein falsches Verständnis erst zu dem geworden, dass der Weg das Ziel ersetzt, ein Ziel also gar nicht nötig sei? Recherchiert man, stellt sich heraus, dass eine aus dem Chinesischen überlieferte Übersetzung lautet: „Richte Deinen Willen auf den Weg, […]“ (Lunyu 7.6). Robert Harsieber vergleicht das westliche Denken mit dem asiatischen, das er als ganzheitlich bezeichnet: „Das Ziel wird nicht durch den Weg hinfällig, wie das bei uns immer verstanden wird, sondern das Ziel vor Augen zu haben ist der Weg.“

Ein interessantes Gedicht von Christian Morgenstern mit dem Titel „Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben“ lädt dazu ein tiefer nachzusinnen:

Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht haben,
wird im selben Kreis all sein Leben traben;
kommt am Ende hin, wo er hergerückt,
hat der Menge Sinn nur noch mehr zerstückt.
Wer vom Ziel nichts kennt, kann’s doch heut erfahren;
wenn es ihn nur brennt nach dem Göttlich-Wahren;
wenn in Eitelkeit er nicht ganz versunken
und vom Wein der Zeit nicht bis oben trunken.
Denn zu fragen ist nach den stillen Dingen,
und zu wagen ist, will man Licht erringen;
wer nicht suchen kann, wie nur je ein Freier,
bleibt im Trugesbann siebenfacher Schleier.

Weitere Fragen können eine konkrete Zielfindung befeuern: Was ist mir wirklich wichtig? Welche Missstände beobachte ich in der Welt (wie Manipulation, Lüge, Krieg, Krankheit)? Wie kann ich daraus ein Gegenbild denken und umsetzen?
Vorbilder dürften Mahatma Gandhi und Nelson Mandela sein, auch Julian Assange, die Weiße Rose mit den Geschwistern Hans und Sophie Scholl, an Hand deren Biografie eine unglaubliche Kraft für Ziele und Ideale einzutreten, studiert werden kann. Vielleicht inspirieren Sie diese Menschen oder eine vertiefende Lektüre über die Entwicklung von Weite durch Zielsetzung in der Seelendimension des Yoga?

  • Heinz Grill, Die Seelendimension des Yoga, Das Manipura-Cakra.



Vom Konflikt zum Neubeginn

Diesem umfangreichen und komplexen Thema ist eine Reihe von drei Vorträgen mit Gespräch gewidmet.
Sie dienen der Orientierung, wenn Menschen ihren Konflikt nicht mehr selbst lösen können, welche unterschiedlichen Möglichkeiten für eine Lösung bestehen und was die Konsequenzen sind oder nicht sind. So wird ein vor Gericht ausgetragener Nachbarschaftsstreit nur die rechtliche Frage klären, ob beispielsweise die Hecke geschnitten oder versetzt werden muss. Es wird eine Entscheidung nur auf der Sachebene erfolgen. Eine psychisch-emotionale Problematik auf der Beziehungsebene wird aber nicht angeschaut und kann weiteren Streit bedingen. Dann kann es sinnvoll sein, wenn eine oder beide Parteien – mit Unterstützung eines Dritten – eine Klärung auf dieser Ebene des sozialen Miteinanders anstreben und für die Zukunft bessere Verhältnisse schaffen wollen.
Ein weiterer Aspekt, der beleuchtet werden soll, ist das eigene Konfliktverhalten. Wie kann ein verantwortungsbewusster Umgang mit Konflikten entstehen, der nicht zu weiterer Eskaltion und Verletzung führt? Wie kann der Mensch an Konflikten oder Krisen innerlich wachsen und sich weiterentwickeln? Wie kann er ein Ideal oder Ziel entwickeln, das wegweisend für die Zukunft ist und einen wirklichen Neubeginn darstellt?



Donnerstag, 20. Februar 2020, 19 – 21 Uhr, Bad Tölz
Streit, Konflikt & Co.
Zum Anwalt, Gericht oder Mediator? Oder besser zum Coach und Therapeuten?
So individuell, wie der Mensch ist, sind auch die Konflikte und damit verbundene Fragen, Herausforderungen und Lösungen.
– Überblick über die verschiedenen Ansätze und ihre Unterschiede: was unterscheidet ein gerichtliches Verfahren von einer Mediation und wie verhalten sich diese zu einer (Lebens-)beratung oder Therapie?
– An Hand welcher Kriterien können Entscheidungen zugunsten einer oder mehrerer Möglichkeiten getroffen werden?

Donnerstag 19. März 2020, 19 – 21Uhr, Bad Tölz
Konflikte verstehen und lösen (lernen)
Wie entstehen Konflikte und welchen Sinn haben sie?
Wie ist das eigene Konfliktverhalten? Vermeidung, Streitlust und Konfliktfähigkeit.
Wann und wie können Konflikte selbständig gelöst werden, wann ist es sinnvoll sich von Dritten unterstützen zu lassen?
Vom Konflikt zum Neubeginn: zukunftsorientierte Perspektiven schaffen und umsetzen.
Vortrag mit Gespräch

Donnerstag 23. April  2020, 19 – 21 Uhr, Holzkirchen
Konflikte verstehen und lösen
Was ist eigentlich Mediation? Grundlegendes zum Verständnis und Verfahren
– Integrierte Mediation: Konflikte selbstbestimmt lösen.
– Wie entstehen Konflikte und welchen Sinn haben sie?
– Wie ist das eigene Konfliktverhalten: Vermeidung, Streitlust und Konfliktfähigkeit
– Vom Konflikt zum Neubeginn: zukunftsorientierte Perspektiven schaffen und umsetzen.
Vortrag mit Gespräch

Wie entsteht psychische Stabilität in Zeiten der Meinungsmache?

Vortrag am Donnerstag, 14.11.2019, 18.30-20 Uhr
Wie entsteht psychische Stabilität in Zeiten der Meinungsmache?

In unserem digitalen Zeitalter werden Statements oder Meinungen anderer oft „geliked“ oder eben nicht geliked. Die Meinung anderer zu teilen, sie zu mögen oder nicht zu mögen oder sie ungeprüft zu übernehmen, birgt die Gefahr, unbemerkt und ungewollt beeinflusst zu werden. Der Mensch verfügt aber über die Fähigkeit, sich eine eigene und fundierte Meinung zu bilden und einen eigenen Standpunkt zu erringen. Ein errungener eigener Standpunkt gibt dem Menschen eine solide Basis und wirkt erfahrungsgemäß stabilisierend auf die Psyche. Wie wird diese Fähigkeit oder Kunst entwickelt? Im praktischen Teil ist Gelegenheit, erste Erfahrungen zu machen. An Hand geeigneter Fragen wird ein Bezug zum gemeinsam gewählten Thema hergestellt. Das Thema oder Objekt wird länger angeschaut und gedanklich erwogen, wie es gemeint ist und wie es auf den Betrachter wirkt. Die Begrifflichkeiten werden geklärt: wie versteht der andere den Begriff, was verstehe ich darunter, kann man sich einer objektiveren Aussage nähern? Braucht es weitere Schritte zu einem tieferen Verständnis? Entsteht bereits ein eigenes Bild oder eine Vorstellung, die ein gutes Fundament für eine Meinung bilden? Wie erlebt sich der Mensch in dieser Aktivität? Eine kurze Theorie und erste praktische Schritte, ermöglichen dem Teilnehmer die Fähigkeit zur Meinungsbildung, alleine weiter zu üben und zu vertiefen

Die Grundrechte – Garanten für Freiheit und Entwicklung?

Vortrag am Donnerstag, 17.10.2019, 18.30-20 Uhr
Die Grundrechte – Garanten für Freiheit und Entwicklung?
Zentrale Leitgedanken unseres Grundgesetzes sind die Würde des Menschen und die freie Entfaltung der Persönlichkeit in einem freiheitlichen demokratischen Staat. Die Würde des Menschen, deren Unantastbarkeit garantiert wird, findet eine genauere Beschreibung in den sog. Grundrechten, zu denen das allgemeine Persönlichkeitsrecht, der Gleichbehandlungsgrundsatz, die Religions- und Weltanschauungsfreiheit und die Meinungsfreiheit gehören. Schaut man in das gesellschaftliche und politische Leben, sieht man sich zugunsten eines Sicherheitsbedürfnisses mit einer Vielzahl die Freiheit einschränkender Regelungen sowie manipulierender Meinungsbildung konfrontiert. Mit dem Vortrag ist beabsichtigt ein erstes Verständnis für die freiheitlichen Grundrechte und die entsprechenden Pflichten des Staates zu vermitteln und er beschäftigt sich mit der Frage, wie der einzelne Mensch durch eine sachliche Auseinandersetzung zu mehr Freiheit und einem würdevollen Dasein beitragen kann.

Der Mensch und das Kreuz

Welche Bedeutungen hat das Kreuz und in welcher Beziehung steht der Mensch zum Kreuz?

Gipfelkreuz am Hirschberg

 

Ägyptisches Kreuz – Ankh: Symbol für das Weiterleben nach dem Tod?

 

Rund um das Thema Kreuz gab es in letzter Zeit viel Bewegung und auch aufgeregte Diskussionen unter den Menschen.
Am 1.6.2018 ist in Bayern der viel diskutierte und polarisierende sog. Kreuzerlass in Kraft getreten:
„Im Eingangsbereich eines jeden Dienstgebäudes ist – als Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns – gut sichtbar ein Kreuz anzubringen.“
Die gesetzliche Regelung, die geändert wurde, ist die Allgemeine Geschäftsordnung für die Behörden des Freistaates Bayern (AGO).

Das Kreuz als Ausdruck geschichtlicher und kultureller Prägung Bayerns?
Was kann man sich darunter vorstellen? „Der Mensch und das Kreuz“ weiterlesen

Was ist der Rechtsstatus des Menschen?

Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
Art. 1 (1) Grundgesetz

Was ist der Rechtsstatus des Individuums?

Wie steht der Mensch im Rechtsleben? Welche Position nimmt er ein, welche Rechte hat er und von welchem Menschenbild geht das Grundgesetz aus?

Die Gründer des Grundgesetzes von 1949 haben nach den leidvollen, verheerenden und menschenverachtenden Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs eine bewusste Entscheidung getroffen für eine Verfassung, in der der Mensch als sich frei entfaltende Persönlichkeit, der in einen sozialen Kontext eingebunden ist, im Mittelpunkt steht.
In der grundlegenden Verfassungsnorm, die wie ein Licht über allen anderen Grundrechten strahlt und in diese hineinwirkt, heißt es:

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Was bringt der Begriff der Würde zum Ausdruck?

Er kann so verstanden werden, dass jedem Geschöpf und Wesen auf Grund seiner einzigartigen Seinsbestimmung, seines Daseins oder bloßen Existenzseins eine Würde zukommt. Diese allen Wesen gleiche Würde besteht unabhängig von allen Merkmalen und Charakteristika wie Alter, Geschlecht, Religion, Berufsstand, gesellschaftlicher Status, Rasse, gesundheitlichem und geistigem Zustand und Fähigkeiten.

Etymologisch ist der Begriff „Würde“ verwandt mit „Wert“, der Wert der jedem Menschen eigen ist auf Grund seiner Existenz. „Was ist der Rechtsstatus des Menschen?“ weiterlesen